Arnd, Johann – Passionspredigten – Achte Predigt.

Johann Arnd - Portrait

Gleichwie der Erzvater Abraham 1. Mose am 22. als er aus Gottes Befehl seinen Sohn Isaac opfern sollte auf dem Berge Moria, das Holz nahm zum Opfer, es dem Isaac auf den Rücken legte und ihn den Berg hinauf tragen ließ. (Und der Knabe sprach zu seinem Vater: Mein Vater, hier ist Holz und Feuer zum Opfer, wo ist aber das Schaf? Abraham sprach: Der Herr wird sich ein Schaf ersehen zum Opfer. Und oben auf dem Berge band ihn sein Vater, und legt ihn auf das Holz und greift nach dem Messer, daß er ihn schlachtete:) Also ist Christus Jesus, unser himmlischer Isaac, der gehorsame Sohn Gottes des Vaters, hinausgeführet, und hat das Kreuz zu seinem Opfer und Tode selbst tragen müssen, und hat also dies Vorbild erfüllet und die Last seines Kreuzes selbst getragen, bis er gar matt und müde worden und nicht fortgehen konnte, darum sie Simon von Cyrene ergreifen und ihn zwingen das Kreuz dem Herrn nachzutragen. Christus aber mußte selbst auf dem Holz, das er getragen, geopfert werden; der war das Schaf, so Gott ersehen zum Opfer, nämlich das Böcklein, so Abraham sah in der Dornhecke hangen, der war Christus mit seiner Dornenkrone. Das heißet, wie im Propheten Jesaia im 43. Kap. stehet: Mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden, und hast mir Mühe gemacht in deinen Missethaten. Ich, Ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen, und gedenke deiner Sünden nicht.

Wir wollen auf diesmal folgende sechs Pünktlein mit einander betrachten:

  1. 1 Wie Christus hinausgeführt wird.
  2. 2 Wie er sein Kreuz trägt.
  3. 3 Wie Christus weissaget.
  4. 4 Wie er unter die Uebelthäter gerechnet wird.
  5. 5 Wie er mit Essig und Galle getränket wird.
  6. 6 Wie er am Kreuze hanget.

I. Wie Christus hinausgeführt wird.

Christus mußte hinausgeführet werden aus der heiligen Stadt als ein Uebelthäter. Der erste Adam ward wegen seiner Sünde aus dem Paradies vertrieben, der andre Adam läßt sich hinausführen aus der Stadt Jerusalem, auf daß er uns das himmlische Paradies wieder erwerbe und eröffne. Er wird ausgeführet aus dem leiblichen Jerusalem, auf daß er uns einführe in das himmlische neue Jerusalem, in die schöne Stadt Gottes, Hebr. 12. Die Opfer mußten alle im alten Testament außer dem Lager geschlachtet werden, Christus, das wahre, einige Versöhnungsopfer, mußte außer der Stadt geopfert werden die Schrift zu erfüllen, Hebr. am 13: Welcher Thiere Blut getragen wird durch den Hohenpriester in das Heilige für die Sünde, derselben Leichname werden verbrannt außer dem Lager. Darum auch Jesus, auf daß er heiligte das Volk durch sein eigen Blut, hat er gelitten außen vor dem Thor. Christus ist hinausgegangen und hat unsere Schmach getragen, als ein Fluch und Verbannter, auf daß er uns Alle davon reinigte, und der Sünden nimmermehr in dem himmlischen Jerusalem vor Gott und allen Heiligen gedacht werden solle. Christus ist hinausgegangen und hat unsere Schmach getragen, uns zum Spiegel, wenn uns die Welt um seines Namens willen verfolget, daß wir willig und gerne in’s Elend gehen, und eine kleine Zeit seine Schmach tragen, bis er uns in seine Herrlichkeit und in’s himmlische Vaterland aufnehme, Hebr. am 13.: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

II. Wie Christus sein Kreuz trägt.

Wie schmählich und kläglich dies Bild anzusehen, sonderlich von denen, die den Herrn zuvor gekannt, und viel Wohlthaten von ihm empfangen hatten, ist leicht zu denken. Es ist dergleichen Schmach in keiner Historie zu finden. Adam hatte an dem verbotenen Baume sich versündiget, und göttliche Gleichheit und Ehre daran gesucht, war aber dadurch in die ewige Schmach gerathen, darum mußte Christus das Holz, daran er sterben und Adams Sünde büßen sollte, zu großer Schmach selbst tragen, und unsre Schmach auf sich nehmen.

2. Christus hat mit diesem Bilde des Kreuztragens uns vor Augen stellen wollen dreierlei, so er getragen: Die Last der Sünden, die Last des Zornes Gottes, und die Last des Gesetzes, den Fluch; welche Last allen Menschen unerträglich ist. Darum, wenn dich in hohen Anfechtungen die drei Lasten drücken, wie im 38. Psalm geklaget wird: Meine Sünden gehen über mein Haupt, und wie eine schwere Last find sie mir zu schwer worden, so siehe an deinen Kreuz- und Lastträger, den Herrn Christum, und sprich: Gott warf alle unsere Sünde auf ihn; fürwahr er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.

3. Wenn dein Kreuz zu schwer wird, so bilde dir ein, und stelle dir vor deine Augen diesen Kreuzträger, der hat dir all dein Kreuz hierdurch leicht gemacht. Er ist getreu, der dich nicht lässet versuchen über dein Vermögen.

Bilde dir diesen Kreuzträger also ein, als stünde er da und riefe: Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Als wollte er sagen: Ich habe ja das Schwerste getragen, und auch eure Last abgenommen. So ist auch mein Joch süße, denn ich will euch im Kreuz erquicken und trösten. Ich aber habe unter meinem Kreuz keine Erquickung gehabt. Auch darum ist mein Joch süße und meine Last leicht, weil’s ein gut Ende nimmt, und ein Eingang ist in die Herrlichkeit.

Siehe, mein lieber Christ, dein Herr und Erlöser gehet vorne an mit seinem Kreuz, und es folgen ihm viel tausend Heilige nach, eine große Schaar, die folgen ihm Alle nach, und traget ein jeder sein Kreuz, und der Herr führet sie in die ewige Herrlichkeit. Ach, nimm kein Kreuz und folge ihm nach, daß du nicht dahinten bleibest, Matth. am 16.: Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Und: Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Wenn einer unter diesem großen Haufen sein würde, der sein Kreuz nicht hatte, wie würde er bestehen? Siehe, sie haben Alle ihr Kreuz, die dem Herrn nachfolgen. Wollest du allein keins haben, so gehörest du nicht zu diesem Haufen.

Simon von Cyrene muß auch daran, wie ungern er auch will, denn er hatte sich vorhin zu Christo gehalten und sein Wort gehöret, wie seine beiden Söhne hernach immer der Apostel Gesellen gewesen sind, (Apostelgeschichte 19. Röm. 16.) darum muß er auch unter das Kreuz Christi. Und wenn uns die arge böse Welt zwinget und dringet zum Kreuz, und die Menschen meinen, sie thun uns viel Leides und Schmach, so nöthigen sie uns zum Kreuz Christi, welches vor Gott und allen heiligen Engeln unsere höchste Ehre ist.

III. Von der Weissagung des Herrn.

Die weinenden und klagenden Weiber, so dem Herrn nachfolgen, geben ihm Ursach, daß er als ein Lehrer und Prophet sein Amt unter der Last seines Kreuzes noch einmal zu guter letzt in der Stadt verrichtet. Denn erstlich lehret er, wie wir in der Betrachtung seines Leidens recht weinen sollen, nicht über ihn, sondern über uns selbst und über unsre Sünde, denn die Sünde ist ein so großer Greuel, der nicht genugsam beweinet werden kann. Wir sehen’s am Herrn Christo, welche Schmach, Schande und Spott, welche Seelenangst und Pein, welche große leibliche Schmerzen, welch‘ einen schmählichen Tod er um der Sünde willen hat leiden müssen.

Ach, wer das wohl beweinen und dem Herrn Christo mit so vielen Thränen danken könnte, so viel Schmerzen er gelitten an Leib und Seele, und so viel Blutes er für uns vergossen hat! Wie ist das eine so große Liebe, Geduld, Sanftmuth und Demuth! Wer hier weinen könnte aus Liebe und Dankbarkeit und herzlicher Reue, das wären die rechten Thränen.

Zum Andern, so weissaget der Herr als ein Prophet vom Untergang Jerusalems, welche ein Spiegel der ewigen Verdammniß ist. Denn, wer nicht Buße thut, und an Christum glaubet, der ist ewig verloren, ist ein dürrer Baum, der in’s Feuer gehöret, und muß in Ewigkeit für seine Sünde, Angst, Marter und Pein leiden, da am Tage des Gerichts die Verdammten sagen werden: O ihr Berge, fallet über uns, und ihr Hügel decket uns. Wie in der Offenbarung Johannis am 8. Kapitel dies Geschrei wiederholet wird: Ach, daß wir könnten in einen Berg und in die Erde gehen, daß uns kein menschlich Auge mehr sähe, und wir ewig verborgen bleiben möchten! Aber, welche Creatur will den Menschen vor Gott verbergen, da die Erde und das Meer ihre Todten hervorgehen muß aus Gottes Befehl, und da die Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn?

Sehet, darüber sollen wir weinen und wehklagen. Denn, geschieht das, sagt der Herr, am grünen Baum, das ist an mir, der ich keine Sünde gethan habe, sondern in meiner Unschuld, Gerechtigkeit und Heiligkeit vor Gott grüne und blühe, aber fremde Sünde auf mich genommen habe, was wird den dürren Bäumen geschehen, welche in ihren Sünden verdorret sind, weder Saft noch Kraft des Glaubens und der Gerechtigkeit haben, und ihre eigene Sünde tragen müssen?

O Baum des Lebens, ohne dich sind wir dürres Holz! Wenn wir dir eingepfropfet werden, dann sind wir blühende Palmbäume!

IV. Von Christo unter den Mördern.

Zu erfüllen die Schrift Jesaiä am 53.: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet, mußte Christus zwischen zween Mördern aufgehänget werden an der Stätte Golgatha, an der Schädelstätte, da viel Hirnschalen der Uebelthäter lagen, welches ein schmählicher Ort war. Denn der erste Adam ist der größte Mörder gewesen, und hat das ganze menschliche Geschlecht, so von ihm herkommet, ermordet. Das hat Christus büßen müssen, als der größte Uebelthäter und Mörder, weil er Adams und aller Menschen Sünde auf sich genommen. Alle Menschen haben mit ihren Sünden ihre Seele ermordet und getödtet, darum hat Christus als ein Mörder sterben und seine Seele uns zur Erlösung geben müssen.

Alle Menschen haben geistlicher Weise Blutschulden auf sich, die sich an ihrem Nächsten mit Zorn, Haß, Neid, Ungeduld, Rachgier versündigen, und den Nächsten nicht lieben als sich selbst. Errette mich von den Blutschulden, sagt David. Und Jesaias: Wenn eure Sünden gleich blutroth wären. Darum ist Christus als ein Mörder für unsre Blutschulden gekreuziget an der Stätte Golgatha oder Schädelstätte.

V. Christus wird mit Essig und Galle getränket.

Ich meine ja: dies ist ein Labetrunk! Die unbarmherzigen Hunde haben ihn nicht mit einem Tränklein Wein erquicken wollen, wie Gott befohlen hat den Sterbenden zu geben Sprüchw. 31, sondern sie haben ihn martern und quälen wollen. Denn in großem Durst einem Galle und Essig zu trinken geben, ist eine große Marter, darüber klagt der Herr im 69. Psalm: Sie geben mir Galle zu essen, und Essig zu trinken in meinem großen Durst. Das hat der Herr Christus darum leiden müssen, weil uns Gott anfänglich zu einem guten Weinstock gepflanzet, wir aber also unartig und vergiftet worden sind durch die Sünde, daß Moses sagt 5. Mose 32: Ihr seid des Weinstocks zu Sodom und von dem Acker Gomorra, euer Wein ist Drachengift und wüthiger Ottern Galle. Wir hatten des höllischen Drachengifts in uns gesogen; dasselbe aus unsrer Seele und Leibe zu vertreiben, muß Christus solche Marter leiden.

Sie geben ihm bittere Galle und Essig zu trinken, und er hat ihnen so ein gut Land gegeben, da Milch und Honig fleußt. So thun wir auch. Er hat uns den süßen Honig des Evangeliums gegeben, und wir geben Galle und Essig dafür, Undank und Lästerung.

Ach, unsre ersten Eltern hatten uns das Paradies verloren, die süßesten und edelsten Früchte, dafür mußte Christus einen so bittern Trunk thun! Die Evangelisten sagen, da es der Herr geschmeckt, habe er’s nicht trinken wollen, auf daß ihm solch‘ bitterer giftiger Trunk nicht das Herz vor der Zeit abstieße, sondern daß er alle seine Marter am Kreuz williglich ausstünde, und seines Stündleins erwarte bis Alles vollbracht wäre. Also sehen wir seine Liebe, seine Geduld und seine Willigkeit zu sterben, und, wenn er mehr hätte leiden sollen, und mehr hätte leiden können, so hätte er’s gerne gethan. Wir sollen auch unserm lieben Gott das Kreuzstündlein auswarten, bis Gott seinen gnädigen Willen an uns vollbracht hat, so wird er das Kreuz in ein gottseliges Ende verwandeln.

VI. Wie Christus an dem Kreuze hanget.

In den heidnischen Schriftstellern, im Cicero und in beschriebenen Rechten liefet man, daß die Kreuzigung die höchste und grausamste Todesstrafe, der höchste, greulichste, schrecklichste und schmählichste Tod sei, welches uns St. Paulus andeutet Philipp. 2, da er spricht: Christus sei seinem Vater gehorsam gewesen bis zum Tode, ja, sagt er, bis zum Tode am Kreuz, nicht zum schlechten Tode, sondern zum allerschmählichsten und schrecklichsten Tode. Darum spricht: er bis zum Tode, ja zum Tode des Kreuzes. Denn ist’s nicht schrecklich und eine große Marter, daß erstlich die Hände und Füße mit scharfen Nägeln durchschlagen werden, und also mit den Nägeln an’s Holz mit Gewalt mit Hämmern getrieben? 2. Daß ein schwerer menschlicher Leib an den Nägeln, so durch Hände und Füße getrieben, in den schmerzhaften Wunden hangen soll? 3. Die Schwere des Leibes hat ja die Arme und Beine und die Gelenke auseinander gedehnet, da kommen vielerlei Schmerzen zusammen, die Wunden in Händen und Füßen, die Schwere des Leibes, die Ausdehnung der Glieder, das stetige Bluten der Wunden, über welche Marter und Pein der Herr im 22. Psalm klaget: Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet. Sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich möchte alle meine Gebeine zählen. Welches der heilige Geist darum so beschreibet, daß wir die schmerzhafte und greuliche Marter der Kreuzigung beherzigen sollen.

2. Nun ist aber dies leibliche Leiden noch nichts gegen das geistliche Leiden am Kreuz. Das ist aber das geistlichste, schmählichste Leiden, daß der am Holz stirbt verflucht ist, 5. Mose 21: Verflucht sei, der am Holz stirbt. Ein Gehängter ist ein Verfluchter vor dem Herrn; das ist so schrecklich, daß es kein Mensch ausdenken kann. Der Fluch ist allem Fleisch ein Greuel, da ist keine Gnade und kein Trost, da ist nichts denn Zorn Gottes, da ist nichts denn eitel Angst und Pein und Qual des Gewissens, die Verstoßung von Gott, darum auch der Herr gerufen hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.

Diesen Fluch hatte Adam auf sich und alle Menschen gebracht. Wir hätten diesen Fluch ewig tragen müssen, ein Greuel sein, ewig von Gott und Menschen verstoßen, ohne alle Gnade und ohne allen Trost sein, ewigen Zorn Gottes tragen und die strenge Gerechtigkeit Gottes leiden müssen. Diesen Fluch nimmt Christus, der Gesegnete des Herrn, auf sich; wie St. Paulus sagt an die Galater im 3. Capitel: Es stehet im Gesetz geschrieben: Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibet in alle dem, das geschrieben stehet im Buch des Gesetzes, daß er’s thue. Christus aber hat uns erlöset vom Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns. Denn es stehet geschrieben: Verflucht ist Jedermann, der am Holz hanget, auf daß der Segen Abrahams über die Heiden käme in Christo Jesu, und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

3. Dieses Vorbild ist die aufgerichtete eherne Schlange, darinnen Gott der Herr den Fluch vorgebildet, daß Christus sollte ein Fluch für uns werden, weil Gott die Schlange verflucht hatte. Wie nun Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also ist des Menschen Sohn erhöhet worden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Und dahin stehet der Herr Christus im 22. Psalm: Ich bin ein Wurm und kein Mensch. Gleichwie ein gespießter Wurm heilsam wird, und vom Gift erlöset, also erlöset uns der gekreuzigte Christus von dem höllischen Schlangengift, und heilet unsern Schlangenbiß, die Sünde,

4. Adam hatte sich am Holz versündiget. Christus hat am Holz büßen müssen. Komm her Adam, und siehe, was trägt dieser Baum für Aepfel? Davon iß wieder, auf daß du genesest, dadurch wird dein und unser Apfelbiß geheilet. Noah ist in dem Wasser des Zornes Gottes, der Sündfluth, erhalten; wir werden durch das Holz des Kreuzes Christi vor dem Fluch und Zorn Gottes erhalten. Moses theilete mit seinem Stabe das rothe Meer von einander, und machte dem Volke einen freien, sichern Durchgang, Christus hat durch’s Kreuz das Angstmeer des Todes und der Sünden zertheilet, und uns einen Durchgang gemacht. Moses hielt seinen Stab gen Himmel, bis die Amalekiter getilget wurden, Christus hat mit seinem Kreuz unsre geistlichen Seelenfeinde geschlagen. David überwand den Goliath mit seinem Stecken und Schleuder, Christus hat mit seinem Kreuz unsre Sünde und alle Feinde überwunden. David erwählet sich fünf glatte Steine aus dem Bache, und schleudert den Goliath in die Stirn, Christus schlägt den höllischen Goliath mit seinen fünf Wunden. Mose zeiget der Herr einen Baum, den that er in das bittre Wasser zu Mara, da ward es süß, Christi Kreuz lege in dein Wasser der Trübsal, so wird dein bitter Wasser süß.

Mosis schwere Hand hat das Gesetz wider uns geschrieben, ja vielmehr Gottes Hand, Christi Hände haben sich durchgehen lassen, auf daß er austilget die Handschrift, so uns zuwider war, und hat sie an das Kreuz geheftet. Wie die Siegesfürsten eine Trophäe, ein Siegeszeichen anrichten lassen, wie 2. Mose 17 nach erhaltenem Siege wider die Amalekiter Moses ein Malzeichen aufrichten ließ, und es Jehova Nissi nennet, das heißet, der Herr mein Sieg: also hat Christus, unser Herr, sein Kreuz zur Trophäe und zum Siegeszeichen aufgerichtet, wie Jesaiä 11 stehet: Die Wurzel Isai, die da stehet zum Panier der Völker, nach der werden die Heiden fragen; und seine Ruhe wird Ehre sein.

August 31, 2019

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