Arnd, Johann – Passionspredigten – Dreiundzwanzigste Predigt.

1. Mose am 32. lesen wir, daß der Erzvater Jacob, als er wieder aus Mesopotamien kam und betrachtete, wie ihn Gott mit zeitlichen Gütern gesegnet, Gott gedanket und gesagt habe: Siehe, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knecht gethan hast; denn ich hatte nicht mehr denn diesen Stab, da ich über diesen Jordan ging und nun bin ich zwei Heere worden. Also unser Herr Jesus Christus, der himmlische Jacob, kommt nun auch und hat nichts mehr, denn den Stab seines Kreuzes, denselben trägt er, und gehet damit durch den Jordan seines Leidens und Todes, auf daß er auch zwei Heere werde, das ist, Juden und Heiden bekehre, und durch seinen Tod erlöse und erkaufe. Der Erzvater ging aus, arm mit seinem Stabe und kam mit zwei Heeren wieder, also ging Christus arm aus und kam zu seinem himmlischen Vater wieder mit einem großen Segen, mit zweien Heeren seiner Erlöseten. Darum wird er nun hinausgeführet mit diesem seinen Stabe des Kreuzes, zu streiten, und zweierlei Völker zu sammeln und zu erwerben. Darum trägt er auch sein Kreuz selber.

Wir wollen auf diesmal von folgenden Stücken handeln:

  1. Von der Ausführung des Herrn.
  2. Von dem Ort, da Christus gelitten.
  3. Von der Kreuzigung des Herrn.

I. Von der Ausführung des Herrn.

Da sie den Herrn hinausgeführet, haben sie ihm seine Kleider wieder angelegt, auf daß Jedermann erkennen sollte, wer der wäre, der gekreuziget würde, nämlich der Prophet von Nazareth. Und hat nun der Herr dreierlei Kleider getragen.

  1. Ein weißes, so ihm Herodes angelegt, als ein Priester.
  2. Ein Purpurkleid, als ein König.
  3. Sein eigen Kleid, als ein Prophet. Er hat jetzt sein priesterlich, königlich und prophetisches Amt verrichtet und will nun davon.

Hier haben wir erstlich zu betrachten die Erfüllung des Gesetzes, und es legt uns die Epistel an die Hebräer am 13. dasselbe also aus: Welcher Thiere Blut durch den Hohenpriester getragen wird in das Heiligthum für die Sünde, derselbigen Leichname werden außer dem Lager verbrannt. Darum auch Jesus, auf daß er sein Volk heiligte durch sein eigen Blut, hat er draußen vor dem Thor gelitten. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen, und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Sehet, wie herrlich ist dieses Vorbild erfüllet, denn Christus sollte das rechte Versöhnungsopfer sein, das Blut sollte in’s Allerheiligste vor Gott getragen werden, darum mußte sein Leib außer dem Thor geopfert werden.

Wir lesen 1. Mose am 22. wie Abraham, als er seinen Sohn Isaak opfern wollte aus Gottes Befehl, dem Knaben das Holz auf seinen Rücken legte, daß er’s den Berg hinantrüge, und der Knabe sprach: Mein Vater, hier ist Feuer und Holz zum Brandopfer, wo ist aber das Schaf? Da sprach Abraham: Der Herr wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Ja freilich hat’s Gott ersehen, ja von Ewigkeit her, Christus sollte das rechte Opfer sein.

Siehe aber, lieber Christ, deinen Erlöser an, mit wie großer Schmach er ausgeführet wird, daß er das Kreuz zu seinem Tode selbst tragen muß. Das war bei den Römern der Brauch, wenn sie einem eine große Schande und Schmach anlegen wollten, so mußte der Uebelthäter den Pranger, daran er Schmach leiden sollte, selbst tragen, daher sie Prangerträger genannt werden. Sehet, hier wird unserm Herrn die allergrößte Schmach angelegt; also trägt er unsre Schmach und Schande, daß wir nicht die ewige Schmach und Schande tragen dürfen.

Gleichwie ein Kriegsmann seine Rüstung trägt, damit er streiten will, also trägt der Herr seine Rüstung, sein Kreuz, damit will er unsre Feinde überwinden und schlagen.

Als er nun sein Kreuz selbst bis zur Stadt hinausgetragen mit großem Hohn und Spott, Schande und Schmach, wird er ganz müde und matt von so vielem ausgestandenen Elend, Geißelung und Krönung, daß er unter dem Kreuz nicht mehr fortgehen kann. Da zwingen sie den Simon von Kyrene, der vom Felde kam, daß er dem Herrn sein Kreuz tragen muß.

In diesem Simon ist uns ein wahrer Christ abgebildet; denn dieser Simon hat außer der Stadt gewohnet, auf dem Lande, und will nach Jerusalem reisen, da begegnet ihm eben Christus mit seinem Kreuz. Also, wenn ein Christ diese Welt verlassen will, um nach dem himmlischen Jerusalem zu reisen, zum ewigen Vaterlande, so kommt Christus mit dem Kreuz entgegen und die Feinde Christi zwingen denselben unter das Kreuz, dieweil die Welt weder den Herrn Christum, noch die Seinen leiden mag. Und zwar, weil unser Fleisch und Blut von Natur das Kreuz scheuet, so muß es genöthiget und gezwungen werden.

Der schmale Weg ist trübsalsvoll,
Den ich zum Himmel wandern soll.
Wie schwerlich läßt sich Fleisch und Blut
Doch zwingen zu dem ew’gen Gut.

Wenn aber dasselbe geschieht, sollen wir uns willig und geduldig drein ergeben, und unser Kreuz auf uns nehmen, und dem Herrn nachfolgen. Und soll das unser Trost sein, daß unser Kreuz das Kreuz Christi ist, wenn wir’s um seinetwillen ertragen. Und hier soll uns nicht dauern, wenn wir auch in unsern Leiden den Uebelthätern gleich geachtet werden, dieweil wir sehen, daß auch Christus mit den Mördern ausgeführt worden ist, welcher mit seiner Schmach alle unsre weltliche Schmach geheiliget hat, daß sie zu Gottes Ehre dienen soll.

Zum Andern ist in der Ausführung des Herrn zu bedenken, wie etliche Weiber den Herrn beklaget und beweinet haben, und daß der Herr zu ihnen gesagt: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird, selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht geseuget haben. Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden?

Damit will uns der Herr lehren, wie wir sein Leiden wohl bedenken sollen, nämlich, daß wir die Ursach seines Leidens bedenken, und unsre Sünden beweinen, die die Ursach seines schmählichen Todes sind. Und es soll uns vor unsern Ohren allzeit das Wort des Herrn klingen: So das geschieht am grünen Holz, was will am dürren werden? Denn, dieweil der allmächtige Gott unsre Sünden so grausam gestrafet hat an seinem lieben Sohne, der doch unschuldig und ein grüner Baum voll schöner Früchte war, wie grausam und erschrecklich wird der Gott die Sünde an den Verdammten strafen, die nur unfruchtbare Bäume sind, und nichts Gutes gethan haben? Deswegen sollen wir Buße thun, auf daß wir durch den Glauben Christo, dem lebendigen Baume, eingepfropfet, und in ihm gerecht werden und viel Frucht bringen. Wer sich nun nicht von Sünden bekehren und in Christo ein neuer Baum und eine neue Creatur werden, sondern ein unfruchtbarer Baum bleiben will, dem wäre besser, es hätte ihn seine Mutter nie zur Welt gebracht.

II. Der Ort, da Christus gelitten.

Zum Andern ist der Ort zu betrachten, da Christus gelitten. Es ist aber die Schädelstätte gewesen, so den Namen hat von den Todtenköpfen und Gebeinen der Uebelthäter. Ach, wie ist das abermal eine so große Schmach! Und wenn wir die Unschuld, die Heiligkeit des Herrn bedenken und die Person die hingeführet wird, so thut einem das Herz davor wehe. Aber bedenket, lieben Christen, der Herr hat auf sich geladen aller Menschen Missethat und Uebelthat, und will auch dafür leiden, und auch an dem Ort, da die Uebelthäter leiden müssen. Ist das nicht eine große Liebe? Das Herz möchte einem brechen davor, daß der Herr sich da einstellet, für unsre Uebelthat zu leiden. Und wenn wir nun auch um des Glaubens willen an solchem Ort leiden sollten und müßten, so sollen wir davor nicht erschrecken, sondern uns mit Christi Exempel trösten.

An diesem Ort nun haben sie ihn mit Galle und Essig getränket. Es ist geboten, Sprüche 31, daß man den Betrübten Wein zu trinken geben soll, damit sie sich erquicken; aber der Herr ist so verachtet, der Verachtetste unter allen Menschenkindern, daß es ihm nicht so gut werden kann, als andern Uebelthätern. Und ist die Schrift erfüllet im 69. Psalm: Sie geben mir Galle und Essig zu trinken in meinem großen Durst. Ich meine, ja das mag ein Durst gewesen sein. So uns nun unser Trank in dieser Welt auch also vermischet wird, sollen wir uns mit dem Exempel unsers Herrn trösten. Er wird uns an jenem Tage aus seinem Trostbecher zu trinken geben, wenn wir hier mit ihm aus seinem Kreuzbecher trinken, Jesaia 65: Siehe, meine Knechte sollen trinken; ihr aber sollet dürsten.

III. Die Kreuzigung des Herrn.

Zum Dritten ist seine Kreuzigung zu bedenken. Und erstlich der Tod, so am Holz geschieht, davon Gott der Herr im Gesetz sagt, 5. Mose 11: Verflucht sei, der am Holze stirbt. Es hat aber der Herr solch einen Verfluchten Tod auf sich genommen, auf daß er uns vom ewigen Fluch erlösete, Galater 4. Daraus können wir wohl sehen, was für ein Greuel die Sünde sei, und wie durch kein ander Mittel der Fluch hat können getilget und hinweggenommen werden, denn durch solch einen schmählichen und verfluchten Tod des Sohnes Gottes.

2. Und damit er ja als ein Fluch und Greuel am Kreuze hinge, haben sie ihn nackend und bloß an’s Kreuz geschlagen und mit Händen und Füßen angenagelt, greulich und kläglich anzusehen, daß Jedermann seinen blutigen Leib hat anschauen können. Unterdeß haben die Kriegsknechte seine Kleider getheilt und um den Rock geloset, daß die Schrift im 22. Psalm erfüllet worden ist.

Dies dienet nun zu unsrer Erlösung. Denn wir hatten das Kleid der Unschuld verloren, und Adam, da er nackend war, verbarg sich vor Gott und schämte sich, und durfte nicht vor Gottes Augen kommen. Da kommt nun der andre Adam und büßet solches mit seinem bloßen Leibe am Kreuz, auf daß er mit seinem Verdienst, Unschuld und Gerechtigkeit uns vor Gott bekleidete. Da unsre ersten Eltern das Kleid der Unschuld verloren hatten, bekleidet sie Gott selbst und macht ihnen Röcke von Fellen. Siehe, die reine weiße Wolle der Unschuld des Lämmleins Gottes, damit wir bekleidet werden.

3. Ja, damit er von Jedermann für einen Fluch am Holz gehalten würde, so fluchet ihm Jedermann, lästert ihn und verspottet ihn? wer nur vorüber geht, rücket ihm sein Glaubensbekenntnis; auf, daß er gesagt, er sei Gottes Sohn und der Messias und ein König; und sprechen zu ihm, er solle sich selber helfen. Ach, der liebe Herr war nicht kommen sich selbst zu helfen, sondern uns. Er war nicht kommen vom Kreuz herabzusteigen, sondern am Kreuz zu sterben, und aus dem Grabe von den Todten aufzustehen, und es ist diese Schmach eins von seinen höchsten Leiden gewesen. Darum spricht er im 69. Psalm: Die Schmach bricht mir mein Herz und kränket mich. Ich warte ob es jemand jammerte, aber da ist Niemand; und auf Tröster, aber ich finde keine. Andre arme Sünder pflegt man ja noch zu trösten in ihrer Marter und Pein, aber diesem unsern Herrn kann’s so gut nicht werden.

4. Ja, damit die Schmach und Fluch am Holz größer würde, haben sie ihn zwischen zween Mördern und Uebelthätern aufgehänget. Ach, der allergrößte Wohlthäter, der liebreichste Herr, der Allerheiligste und Unschuldigste hanget da unter den Uebelthätern wie der ärgste Mörder, der alle Mörder in der Welt übertrifft, und hat dies Stück der heilige Geist nicht verschweigen können, sondern zuvor verkündiget durch Jes. 53; Er ist den Uebelthätern gleich gerechnet, und hat für die Uebelthäter gebeten. Hiermit hat er die Sünde Adams gebüßet? denn Adam ist der größte Mörder auf Erden gewesen, und hat mit seiner Uebertretung das ganze menschliche Geschlecht ermordet und den Tod in die Welt bracht. Siehe da, da hanget nun der andre Adam am Kreuz, als der größte Mörder, zwischen zween Uebelthätern, auf daß er den Mord Adams büßete. Ach, es muß einer davor erschrecken, wenn man’s recht bedenket, wie Christus unser Herr unsre Sünde selbst gebüßet hat, der Allerheiligste, Gerechteste, Unschuldigste.

5. Damit auch diesem armen Wurm am Kreuz nicht mehr Gutes geschähe von einer Creatur, weil er ein Fluch worden war, und einem Fluch thut keine Creatur mehr Gutes, darum giebt man ihm Essig zu trinken und quälet ihn damit am Kreuz; denn die Aerzte sagen, es sei den Verwundeten gar schädlich, wenn man ihnen Essig zu trinken gebe, derselbige vermehre der Wunden Schmerzen. Es ist auch der Herr Christus bald auf diesen Essigtrunk verschieden.

Das hat er darum erlitten, auf daß er uns von dem ewigen Durst erlösete, daß wir nicht mit dem reichen Manne aus der Hölle rufen dürfen: Sende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers in’s Wasser tauche und kühle meine Zunge, denn ich leide große Pein in dieser Flamme. O du getreuer Heiland, dir sei ewig Dank für deinen Essigtrunk; wie ist er uns so heilsam!

6. Damit nun der Fluch am Holz vollendet werde, so stirbt endlich Christus am Holze als ein Fluch, und wie er uns zuvor seinen Leib, sein Blut, seine Ehre und seine Kleider gegeben hatte, so giebt er uns auch endlich sein Leben, auf daß er nichts behielte, das er uns nicht gegeben habe. Da ist nun das gerechte Urtheil Gottes erfüllet: Du sollst des Todes sterben.

Dadurch ist erstlich der ganzen Welt Sünde bezahlet. Denn, wie der Tod über alle Menschen durch Adam kommen, also hat Christus für alle Menschen den Tod schmecken müssen.

2. Ist dadurch der Tod überwunden und getilget, denn Christus hat durch seinen Tod dem Tode die Macht genommen.

3. Ist dadurch der Fluch aufgehoben, der über alle Menschen ergangen war, denn der Fluch fristet alles Fleisch hinweg ewiglich und stürzet’s in den ewigen Tod.

4. Ist dadurch Gott vollkömmlich versöhnet und ausgesöhnet, denn um dieses heiligen Todes willen vergisset Gott seines Zornes und seiner Ungnade.

5. Ist dadurch das ewige Leben wieder erworben, das verloren war. Komm nun her, lieber Christ, und siehe deinen Herrn Christum an, wie er am Kreuz hanget, sieh‘ dir ihn an vom Haupt bis auf die Fußsohlen. Da wirst du sehen einen Sündenspiegel, einen Liebesspiegel und einen Spiegel des Zornes Gottes. Siehe, sein Haupt ist mit Dornen gekrönet, daß er dich mit der Krone des Lebens kröne.

Seine Augen sind dunkel und verblichen, auf daß er deine Augen erleuchte, daß du nicht im ewigen Tode entschlafest. Seine Ohren sind erfüllet mit Lästerung, auf daß deine Ohren ewige Freude hören sollen. Sein Angesicht ist voller Speichel und Blut, auf daß dein Angesicht leuchte wie die Sonne Seine Zunge hat Galle und Essig geschmecket, auf daß du die Süßigkeit des ewigen Lebens schmecken sollst. Seine Arme sind ausgereckt, auf daß er dich hineinfasse. Seine Hände sind durchgraben, auf daß er dich in seine Hände zeichne. Seine Seite ist eröffnet, auf daß er dir sein Herz zeige, den Heilbrunnen, daraus du trinken sollst. Seine Füße sind durchgraben und angenagelt, auf daß du ihm nachfolgen sollst und er dir den schweren Weg vorginge. Da hanget der Leib am Kreuz, in welchem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnet.

O Adam, komm her und siehe, was hängt hier für eine edle Frucht am Holz. Komm her, Jesaias, und siehe hier am Kreuz den Herrn, welchen du auf seinem Stuhl sitzen sahest, da die Seraphim das „Heilig, Heilig, Heilig“ sangen. Komm her, David, und siehe hier am Kreuz, ist das der König der Ehren, von dem du im 24. Psalm gesungen hast: Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe? Kommt her, alle heiligen Engel, und sehet euern Herrn, welchem ihr das „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ gesungen, da er in der Krippe lag. Komm her, Gabriel, und siehe ihn an, von dem du der Maria geweissaget, er werde groß und ein Sohn des Höchsten genennet werden, und Gott der Herr werde ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er werde ein König sein über das Haus Jacob ewiglich, und seines Königreichs werde kein Ende sein. Wo ist seine Größe und Hoheit, wo ist sein Königreich und sein Thron, wo seine Herrschaft? Sehet, wie hat sich der Herr der Herrlichkeit in solche große Schmach und Schande gesenket. Sehet, der Herzog des Lebens ist gestorben.

Kommt her alle Menschen, beschauet diesen Sündenspiegel, welch ein schrecklich Ding es um die Sünden ist. Wie haben sie unsern Herrn Christum zermartert, zerpeiniget, zerschlagen, verwundet und getödtet. Sehet den Zornspiegel Gottes an. Es sind viele Exempel des Zornes Gottes geschehen, aber ein solch Exempel nicht. Ein Spiegel der Gerechtigkeit Gottes. Sehet an den Liebesspiegel. Alles ist Liebe um und an ihm, alle seine Wunden und Striemen, auch seine Krone und sein Kreuz sind eitel Liebeszeichen. Ach, was sollen wir ihm für diese große Liebe geben?

O hilf Christe, Gottes Sohn
Durch dein bitter Leiden,
Daß wir dir stets unterthan
All‘ Untugend meiden,
Deinen Tod und seine Ursach
Fruchtbarlich bedenken;
Dafür, wiewohl arm und schwach,
Dir Dankopfer schenken.

Der höchste Dank ist die Besserung deines Lebens, daß Christi Blut und Tod in dir wirke die Tödtung deines Fleisches und einen neuen Menschen aus dir mache, in welchem Christus lebet in Ewigkeit. –

August 31, 2019

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