Arnd, Johann – Passionspredigten – Einundzwanzigste Predigt.

Gleichwie ein Hirsch oder Reh von den Hunden gehetzet durch allerlei Sträuche und Dornbüsche gejaget wird, bis es endlich in des Jägers Hände geräth, der es fellet und schlägt, also ist Christus unser Herr die Hindin, die frühe gejaget wird, der Hirsch der Morgenröthe, wie der Titel des 22. Psalm lautet. Denn in der Morgenröthe oder Morgenstunde, wenn sich Tag und Nacht scheidet sind die Hirsche am Besten zu fahen. Also, da die evangelische Morgenröthe anbrach, und der Tag des neuen Testaments sich scheidet von der Nacht des alten Testaments, da ward diese Hindin der Morgenröthe gejagt durch allerlei Dornsträuche, und wurde gejagt von den gottlosen Schaar aus dem Oelgarten zu den Hohenpriestern und von den Hohenpriestern zu Pilato, und von Pilato zu Herodes, und von Herodes wieder zu Pilato, und von Pilato zum Thor hinaus an’s Kreuz. Das ist Alles fast in der Morgenröthe geschehen bis auf den Mittag, und ist diese wehrlose Hindin, die keine Hörner hat wie ein Hirsch, allenthalben mit Jagdhunden umgeben, bis sie ihn seilen und an’s Kreuz schlagen, auf daß wir nicht ewig von den höllischen Hunden, den Teufeln, gejaget und gequälet werden sollen.

Wir wollen auf diesmal von folgenden dreien Stücken handeln:

  1. Wie Christus von Neuem als ein Verführer und Aufrührer verklagt und deshalb zu Herodes gesandt wird.
  2. Wie Pilatus dem Herrn Zeugniß seiner Unschuld giebt.
  3. Wie das Volk den Mörder und Aufrührer, den Barrabas, losbittet, und den unschuldigen Christus dagegen umzubringen begehret.

I. Christus wird als Verführer und Aufrührer verklagt.

Weil die Hohenpriester vor Pilato nicht erweisen mögen, daß Christus unser Herr ein Reich affectire, oder für einen König sich auswerfen wolle, lassen sie davon ab und dringen auf die erste Anklage, als der mit seiner Lehre das Volk abwende, und habe in Galiläa angefangen bis gen Jerusalem. Und als Pilatus höret, daß er ein Galiläer sei und unter Herodis Obrigkeit, gedenket er entweder durch dies Mittel des Herrn los zu werden, oder dem Herodes zu heucheln. Denn sonst hatte Pilatus ebensowohl über die Galiläer zu gebieten, wie er denn kurz zuvor einige Galiläer greulich hat lassen erschlagen bei ihren Opfern und ihr Blut mit dem Opfer vermischet, Lucas 13, darum ihm auch Herodes feind war. Aber, er gedenket ihn wieder zu versöhnen mit diesem armen Gefangenen, deß er gerne losgewesen wäre, denn er sahe des Herrn Unschuld, sonst hätte er den Herodes nicht angesehen.

Sehet doch hier, wie die Weltkinder mit Christo spielen, und wie bei großen Herren dadurch Gunst und Freundschaft zu erlangen ist, wenn man Christum und die wahre Religion vernichtet, verleugnet und Preis giebt. Aber man sehe aufs Ende. Wer der Welt Freund sein will, ist Gottes Feind; denn der Welt Freundschaft ist Gottes Feindschaft.

Ach, lieber Gott, gieb uns ja, daß wir uns durch der Welt Freundschaft und großer Herren Gunst nicht von dir abreißen lassen. Fürsten sind Menschen und können uns ja nicht helfen, denn ihr Geist muß davon. Gottes Gnade und Huld aber währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über Alle, die ihn fürchten. Gleichwohl trachten Alle der Welt zu gefallen, keiner Christo.

Herodes wird froh, daß er den Herrn siehet. Denn er hätte ihn längst gerne gesehen und hatte viel von ihm gehört, und hoffet ein Zeichen von ihm zu sehen vom Himmel, und fraget ihn mancherlei, aber der Herr antwortet ihm nichts.

An Herodes sehen wir eine rechte Teufelsfreude. Wenn’s Christo übelgehet und er verfolget wird, das ist des Satans und seiner Werkzeuge Lust und Freude. Aber aus derselben Freude wird ewige Qual und Pein werden.

Daß aber der Herr dem Herodes nichts antworten will, geschieht darum, auf daß er das Heiligthum nicht den Hunden gebe, Matth. 7. Es war jetzo nicht Zeit zu predigen, sondern zu leiden. Herodes hat des Herrn zuvor nicht groß geachtet, da doch der Herr in Galiläa soviel Wunderwerke gethan, Aussätzige gereiniget, und Todte lebendig gemacht.

Darum ist es hoch zu verwundern, wie der Teufel einen Menschen so verblenden kann wie den Herodes, daß er nicht nach Christum gefraget und ihn gesehen hat. Das ist die Macht der Finsterniß, davon uns Gott durch sein Wort und heiligen Geist erlöset, und uns Christum zu erkennen gegeben hat.

Herodes mit seinem Hofgesinde verachtet und verspottet den Herrn, legt ihm ein weißes Kleid an, und sendet ihn wieder zu Pilatus. Christus unser Herr muß aller Welt Spott sein, und muß nicht allein vom gemeinen Volk verspottet werden, sondern auch von Königen, daß seine Verachtung größer und schmerzlicher werde und wir an ihm einen Spiegel der Strafe unsrer Hoffart hätten, denn dieselbige unsre Hoffart hat ihm die Verachtung und den Spott zuwege gebracht; und daß wir an ihm einen Spiegel der wahren Demuth und Geduld hätten, uns in unsrer Verachtung mit seinem Exempel trösten könnten, und zu wahrer Demuth bewogen würden. Ja, diese Verachtung Christi, so oft wir dieselbe ansehen, soll Demuth in uns wirken.

Diese Verachtung, wenn wir sie anschauen, ist kräftig in uns, diese edle Tugend zu wirken. Es ist nichts so schwer im Menschen zu dämpfen, als die Hoffart und eigne Ehre, welche allen Menschen von Adam angeerbet, da er hat wollen Gott sein. Und ist nichts so schwer im Menschen zu pflanzen als Demuth. Darum hat unser lieber Herr von allen Ständen der Welt verachtet werden wollen, auf daß er in uns dadurch die Hoffart tilge und Demuth pflanze, wenn wir seine Verachtung anschauen. Ach, wie hat Christus mit so großer Verachtung die Hoffart unsrer ersten Eltern und unser aller büßen müssen! Ach, sehet, wie der Herr mit seinem weißen Kleide, so ihm Herodes angeleget, in der Stadt herum zu Hohn und Spott unter dem Volk geschleppet und gejaget wird.

Herodes will mit diesem weißen Kleide Pilato wieder eine Kurzweil machen, denn zu Rom trugen die Bürger, die da in den Rath erwählet und zum Bürgermeisteramt erhoben wurden vorher weiße Kleider. Und ist nun des Herodes Spott mit dem weißen Kleide dieser: Siehe, dieser wird nun bald zu Rom Bürgermeister, Kaiser, oder König werden, denn er hat sich für einen König ausgegeben. Aber wie beiden, dem Herodes und Pilatus, dieser Spott bekommen, bezeuget der Ausgang, daß die Verachtung auf sie gefallen. Denn Herodes ist bald darauf vom Kaiser in’s Elend getrieben worden, und Pilatus hat sich jämmerlich erstochen. Also wird’s Allen denen ergehen, die Christum verspotten. Zeitliche Verachtung wird auf sie fallen, und darnach die ewige Schmach, wo sie nicht umkehren.

Wir sollen auch dies zum Trost gebrauchen, daß Alle die, so in diesem Leben das Kleid der Schmach und Verachtung tragen um Christi willen, das sind Candidaten der Herrlichkeit und des ewigen Lebens; das ist, solche Personen, die erhoben werden zu himmlischen Würden, wie die, so in der Offenbarung mit weißen Kleidern angethan und ihre Kleider helle gemacht haben im Blute des Lammes Gottes.

II. Das Zeugniß Pilati von Christi Unschuld.

Wie unser lieber Herr wiederkommt vor Pilatum mit seinem weißen Kleide, und Herodes keine Klage vielweniger einige Schuld aus ihn bringen kann, wird Pilatus noch mehr bewogen, dem Herrn Zeugniß seiner Unschuld zu geben, und spricht: Ihr habt diesen Menschen zu mir bracht als der das Volk abwende, und siehe, ich habe ihn vor euch öffentlich verhöret, und finde an dem Menschen der keines, deß ihr ihn zeihet, Herodes auch nicht. Wenn er an der Abwendung des Volks schuldig wäre, Herodes, als ein König in Galiläa, würde nicht still dazu schweigen. Solches Zeugniß der Unschuld wiederholet Pilatus siebenmal und spricht: Was hat er denn Uebels gethan; ich finde keine Schuld an ihm, was soll ich mit ihm machen; nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn.

Dies öffentliche Zeugniß der Unschuld des Herrn hat also erschallen müssen unter allem Volk, auf daß hernach Juden und Heiden überzeuget würden, daß Christus unschuldig gelitten und fremde Sünde, nämlich aller Welt Sünde getragen, und daß er durch seine heilige Unschuld seinen himmlischen Vater versöhnet hätte. Ach, wie sollte diese heilige Unschuld Gott nicht versöhnen? Der Gerechte leidet für die Sünde, die Unschuld für aller Welt Schuld und Missethat. Was der Sünder verdienet hat, leidet der Gerechte, und was der Schuldige verursachet hat, büßet der Unschuldige. Und das mußte also sein. Denn kein Sünder kann den andern erlösen, kein Schuldiger kann für den andern bezahlen, kein Ungerechter kann einen Ungerechten gerecht machen. Diese Unschuld Christi tilget alle unsre Schuld. Unsre Schuld ist groß, Christi Unschuld noch größer. Wenn wir Christi Unschuld auf eine Wage legen, und unsre Schuld dagegen, so wird sie Christi Unschuld weit aufwägen. Denn die Person ist groß, die hier leidet, sie ist Gott und Mensch. Darum laß dich die Last deiner Sünden nicht unterdrücken. So tief dich deine Sünden hinunterdrücken, so hoch wird dich Christi Unschuld wieder erheben, wenn du dich durch wahren Glauben an dieselbe hältst. Kommt der Teufel und zeigt dir die Last deiner Sünden, so halt ihm wieder vor das unschuldige Opfer Christi mit deinen Sünden beladen. Diese heilige Unschuld Christi ist auch unsere Unschuld, und hat uns unschuldig gemacht. Christus hat uns für das blutrothe Kleid unsrer Sünden das weiße Kleid seiner Unschuld angezogen, Jesaia 1.: Eure Sünden sollen schneeweiß werden. Psalm 51.: Weißer denn Schnee. Offenb. 6 wird den Seelen der Gerechten ein weißes Kleid gegeben. So werden auch wir engelrein, wenn unsre Kleider helle gemacht sind in des Lammes Blute.

Christus hat unschuldig sein müssen. Denn erstlich, weil er ein Versöhnungsopfer sein sollte, so mußte er mit seiner Unschuld und Gehorsam Gott versöhnen, ein rein Opfer an Leib und Seele. Ach, welch eine unschuldige Seele ist Christi Seele! Welch einen heiligen Willen, Gott gleichförmig! Welche heiligen und reinen Gedanken! Welche reinen Affekte, welche reine Liebe, reine Demuth, reine kindliche Furcht Gottes, reine Sanftmuth, reine Geduld! Ach, welch einen reinen, heiligen, zarten, unschuldigen und unbefleckten Leib, mit allen Sinnen, reine Augen, reinen Mund, heilige Ohren und in Summa: Alles rein und unbefleckt. Sein Leib und Seele ist ein heiliges Gefäß und Werkzeug, dadurch die allerheiligste Gottheit wirket, darum er der Allerheiligste genennet wird. Durch ein solches reines Opfer ist Gott versöhnet.

2. Sehet unsere verderbte Natur an. Wie sehr ist unsere Seele vergiftet! Wie ist unser Wille verderbet! Wie unrein sind unsere Gedanken, unsere Affekte! Wie unrein unser Leib mit allen Sinnen! Diese Krankheit hat Christus unser Herr mit seiner heiligen Unschuld heilen müssen; unserm bösen Willen hat er durch seinen heiligen Willen, und unsern bösen Affekten durch seine reinen Affekte helfen müssen.

3. Er hat nicht allein mit seiner Unschuld alle unsere Schuld und Unreinigkeit tilgen, und das Böse hinwegnehmen müssen, sondern hat auch das Gute mit und durch seine Unschuld in uns pflanzen müssen. Darum weil der Mensch in seinem Verstande ganz zum Thoren worden in Gottes Sachen, so ist Christus unsre Weisheit worden. Weil wir in allen unsern Kräften den Willen und Affekten des Herzens ungerecht worden sind, so ist Christus unsre Gerechtigkeit worden. Weil alle unsre Gedanken, Worte und Werke befleckt sind, so ist er unsre Heiligung worden. Und weil wir wegen der großen, unzahlbaren Schuld des Teufels Leibeigene und Gefangene waren, so ist er durch seine Unschuld unsere Erlösung worden.

4. Ach, wie ist das ein großer Trost, daß wir Gott dem Herrn so ein reines Opfer bringen können, wenn wir Christum in unserm Gebet Gott vorhalten. Ach Vater, ich opfere dir die heilige Unschuld deines lieben Sohnes für alle meine Schuld und Missethat, nimm das unschuldige Opfer an für meine Sünde, und rechne mir meine Schuld nicht zu.

III. Barrabas wird Jesu vorgezogen.

Pilatus erinnert das Volk seiner Gewohnheit, daß es gebräuchlich sei, daß er ihnen auf Ostern einen Gefangenen losgebe. Nun hatte er neben andern Gefangenen einen mit Namen Barrabas, sie sollten sich erklären, welchen sie lieber wollten loshaben, diesen offenkundigen Mörder, oder Jesum. Und es werden da gegeneinander gestellet ein verruchter, böser Uebelthäter und ein frommer Unschuldiger. Pilatus, weil er sonst mehr Gefangene hatte, nimmt den allerärgsten und verruchtesten, denket ja nicht, daß die Juden einen so bösen Menschen losbitten werden.

Da stehen nun bei einander Barrabas und Jesus, ein Schuldiger und Unschuldiger. Die Hohenpriester aber und Aeltesten überreden und reizen das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollen. Da schreien sie Alle: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los!

Erstlich sehen wir hier, wer die größte Feindschaft hat wider Christum, die falsche Geistlichkeit des Antichrists, die verhetzen und reizen alle Welt wider Christum und das heilige Evangelium, und können eher die allerärgsten verzweifeltsten Uebelthäter leiden und dulden, denn Christum mit seinem Wort.

Daran sollen wir uns nicht ärgern, sondern mit Geduld der Welt Feindschaft tragen, wenn wir gleich mit Christo verworfen und verdammet werden. Denn, welche die Welt verwirft, die nimmt Christus auf, und was schadet uns zeitliche Verachtung, wenn wir die himmlische, ewige Herrlichkeit behalten.

Wir sehen die große Undankbarkeit des Volks. Christus hatte ihnen viel Gutes gethan, Kranke gesund gemacht und Jedermann gedienet. Nun sind alle diese Wohlthaten vergessen. Ach, wie unbeständig sind menschliche Herzen! Wir sollen uns den Undank der Welt nicht abschrecken lassen, Gutes zu thun, sondern wissen, daß wenn gleich kein Mensch unsere Arbeit erkennete, und dankbar wäre, doch unsere Arbeit, so sie im Herrn geschehen, Gott zu Ehren, nicht verloren ist, auch bei Gott nicht vergessen, wenn’s gleich alle Menschen Vergessen. Denn Gott bewahret die Wohlthaten wie einen Siegelring, sagt Sirach, und Alles, was wir hier Gutes thun, ist ein Same, daraus eine ewige Erndte wächset.

So ist bei diesem Punkte die geistliche Deutung in Acht zu nehmen. Der Mörder und Aufrührer kommt los und der unschuldige Christus muß sterben. Das ist unser Spiegel, wir sind die Aufrührer wider Gott und Mörder gegen unsere Nächsten und heißen alle Barrabas, das ist ein Vater-Sohn. Denn, wie unser Vater Adam gewesen, so sind wir auch unsers Vaters Kinder, ungehorsame Leute und Feinde Gottes von Natur. Auf daß wir nun los kommen mögen und nicht ewig verdammet werden, stirbt Christus der Unschuldige für uns und erlöset uns mit seinem Tode vom ewigen Tode.

Darum hat dies Zetergeschrei über Christum ergehen müssen, unsere Sünden haben so über ihn geschrieen und ihn todt haben wollen, auf daß die bösen Geister nicht einmal an jenem Tage, über uns schreien und zum ewigen Tode uns fordern und zur Hölle mit greulichem Geschrei, sondern daß wir dagegen die fröhliche Stimme unsers Herrn hören mögen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters. Dagegen werden die Verdammten mit Heulen und Zähneklappen zur Hölle fahren.

Bedenke auch hier, wie oft du Barrabam in dir selbst los und den Herrn Jesum in dir kreuzigen lässest. Du weißt wohl, daß du nicht selbst Barrabam in dir los bittest, das ist, nicht deinem eignen verderbten Fleisch und Blut nachhängen sollst mit Unzucht, Ehebruch, Hurerei, Mord, Feindschaft, Haß, Neid, Verleumdung. Und weißt wohl, daß dieser Barrabas in dir gekreuziget werden soll, denn Alle, die Christum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. So folgest du vielmehr dem Geschrei dieser Welt, und den Aergernissen der Welt und dem größten Haufen und hängest deinem Fleisch und Blut nach mit Hoffart und Wollust und Feindschaft; Christum aber in dir kreuzigest du und tödtest du. Wo du nicht umkehrest, so wirst du Pilati Lohn empfahen.

Endlich ist auch dieses zu betrachten, wie der Herr Christus, der Herr der Herrlichkeit, von dem jüdischen Volk verworfen wird. Dadurch ist erstlich die Schrift erfüllet im 118. Psalm: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein worden. Und Jesaia am 23.: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewähreten Stein, einen köstlichen Eckstein, der wohl gegründet ist. Wer glaubet, der flieht nicht. Und am 3.: Ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Aergernisses. Diesen haben nun die Juden verworfen durch ihren Unglauben, darum haben sie keinen Grund und kein Fundament ihrer Seligkeit. Denn es kann kein andrer Grund gelegt werden, denn der gelegt ist, welcher ist: Jesus Christus. Darum tröstet uns St. Petrus in der 1. Epistel am 2. und spricht: Ihr seid kommen zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählet und köstlich. Und auch ihr als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priesterthum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum.

Er ist verworfen, auf daß wir nicht ewig verworfen werden. Er ist verleugnet, auf daß er uns bekenne vor Gott und allen heiligen Engeln. Alles, was er gelitten hat, dienet zu unserm Heil, zur Bezahlung unsrer Sünde, zu unsrer Gerechtigkeit und Seligkeit; und sein Leiden ist unser rechter Heilbrunn wider alle unsre Sünde und ein rechter Baum des Lebens, wider alles Gift der Sünde und des Todes, ein schönes Licht unsers Lebens, daß wenn uns die Welt verwirft und verleugnet und nicht kennen will, so machet sich Gott desto näher zu uns und so werden wir im Himmel bekannt und angenehm. –

August 31, 2019

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